Keine Panik vor überhöhtem Blutzucker
Mögliche Folgen von Schwangerschaftdiabetes
Der sogenannte Gestationsdiabetes tritt bei ca. 5% der Schwangeren auf und ist damit eine der häufigsten Komplikationen. Unbehandelt birgt die Erkrankung Gefahren für Mutter und Kind. Die betroffenen Frauen haben ein erhöhtes Risiko, in der Folge an einem Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. Ein normales Körpergewicht, gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung vermindern dies deutlich. Beim Kind kommt es oft zu abnormalem Größenwachstum, so dass es bei der Geburt bis zu sechs Kilogramm wiegen kann. Durch eine verzögerte Ausreifung sind nach der Geburt Anpassungsstörungen möglich. Neben weiteren Komplikationen liegt die größte Gefahr in der gestörten Entwicklung der Plazenta, die zu einer Mangelversorgung und im schlimmsten Fall zum Sterben des Kindes führen kann. Nach der Entbindung neigen die Neugeborenen von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes zu Unterzuckerung. Durch regelmäßige Kontrolle innerhalb der ersten 48 Lebensstunden sowie durch die Gabe von Traubenzuckerlösungen werden Schäden möglichst vermieden.
Auch wenn die Gefahren für Mutter und Kind nicht zu unterschätzen sind, Dr. Almut Brückner, Oberärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, rät betroffenen Frauen, nicht in Panik zu geraten: "Frühzeitig diagnostiziert und behandelt, ist der Schwangerschaftsdiabetes gut in den Griff zu kriegen. Nach der Geburt verschwindet die Zuckerkrankheit in der Regel wieder".
Die Risikofaktoren
Als Risikopatientin gilt, wer
- Übergewicht hat
- über 35 Jahre alt ist
- von Diabeteserkrankungen in der Familie weiß
- bereits ein Kind mit hohem Geburtsgewicht (über 4.000 Gramm) geboren hat
- Zucker im Urin hat
Diagnose und Behandlung
Der Gestationsdiabetes tritt vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft auf und verläuft meist ohne Symptome. Zur Feststellung wird ein sogenannter Zuckerbelastungstest durchgeführt. Als erste Behandlungsmethode werden eine Ernährungsumstellung und viel Bewegung empfohlen – bei den meisten Frauen führt dies zum Erfolg. Nur 15% der Betroffenen benötigen eine Insulintherapie.
Das Kreiskrankenhaus Mechernich arbeitet eng mit Spezialisten wie niedergelassenen Diabetologen zusammen, um den Patientinnen die größtmögliche Sicherheit und Kompetenz bei der Behandlung bieten zu können.


